Sich selbst führen in unsicheren Zeiten

Der Sommer ist fast vorbei, die ersten Trauben werden geerntet und ich bereite mich auf das Spätjahr vor. Vieles hat sich seit März corona-bedingt verändert, doch nicht alles zum Schlechten.

Die Herausforderungen beim Führen wurden vielfältiger

Die Ist-Situation meiner Kunden und die Herausforderungen, vor denen sie stehen, könnten unterschiedlicher kaum sein. Manche haben mehr Aufträge aufgrund der Krise, bei Anderen blieb bis auf das Einhalten der Hygieneregeln weitgehend alles beim Alten. Und wieder andere müssen aufgrund der gesunkenen Nachfrage Kurzarbeit machen oder gar ihr Geschäftsmodell ändern und umstrukturieren.

Doch bei fast allen wurden die Arbeitsmodelle auf den Kopf gestellt und inzwischen ist fast jedem klar: Ein „Zurück zum Alten“, in die Vor-Corona-Zeit gibt es nicht mehr. Das Spektrum der Herausforderungen von Führungskräften wurde breiter und vielfältiger, und im Führungsalltag tauchen Themen auf, die in keinem Handbuch stehen.

Bewährt „Werkstatt für Führung und Veränderung“

Dass meine Arbeitsweise schon lange Zeit auf das Entwickeln und Umsetzen individueller, realistischer Lösungen setzt, hat sich in dieser Situation bewährt; ebenso dass der Fokus hierbei auf einem eigenverantwortlichem, neudeutsch agilen Handeln liegt, das nicht nur in Krisensituationen Ressourcen freilegt.

Die „Werkstatt für Führung und Veränderung“, die von dieser Arbeitsweise lebt, findet Ende Oktober wieder als Präsenzveranstaltung statt. Wer für seine aktuellen Herausforderungen machbare Lösungen erarbeiten will, ist herzlich willkommen! Einige interessante Menschen haben sich schon angemeldet, doch es gibt noch freie Plätze.

Wichtiges Thema „Umgang mit Unsicherheit“

Das Thema „Umgang mit Unsicherheit“ hat exponentiell an Bedeutung gewonnen. Die Planungszeiträume sind kürzer geworden; „Fahren auf Sicht“ ist in im Betriebsalltag oft noch nötig. Viele Führungskräfte müssen in diesem Kontext lernen, mit ihrer eigenen Unsicherheit umzugehen und zugleich Herausforderungen zu meistern, für die es keine Blaupause gibt. Das gilt selbstverständlich auch für mich und meine Frau.

Keine einfache Situation, aber eine gute Gelegenheit, Vertrauen auf- und auszubauen und Mitarbeiter/innen stärker in Entscheidungsprozesse einzubinden. Auch wenn manches aktuell top-down entschieden werden muss, gibt es Gestaltungsmöglichkeiten.

In der Unsicherheit entwickelt sich eine Normalität

Klaus Doll im Homeoffice bzw. Büro

Mein Arbeitsalltag als Berater, Trainer und Coach ist eindeutig vielfältiger geworden. Präsenzveranstaltungen wechseln sich mit Videokonferenzen ab. Längst haben sich unsere Kunden an die 2 Meter Abstand zwischen den Sesseln in unserem Coaching-Raum gewöhnt. Die Stuhlkreise bei Präsenzveranstaltungen sind größer, doch auch das funktioniert gut und bildet eben den Alltag in Zeiten von „Corona“ ab. Bisher tut dieser Mix der Qualität keinen Abbruch. Oft ist er sogar einfacher zu organisieren, und er entfaltet Wirkung.

Eine stärkere Selbst-Führung ist gefragt

Vor Corona verbrachte ich viel Zeit in Zügen. Diese Zeit nutzte ich meist für Vor- und Nachbereitungsarbeiten. Heute geschieht dies weit häufiger im Büro. Das erfordert auch mehr Selbstdisziplin bzw. eine straffere Selbstführung, wenn sich das Büro in einer separaten Wohnung im Erdgeschoss befindet und man(n) gerne Zeit mit seiner Frau und Familie verbringt. Doch dies ist ebenso wie vieles im Bereich Führung ein Lernprozess. Und ich finde: Es gibt eindeutig Schlimmeres 🙂!

Die Zukunft selbst-bewusst und aktiv gestalten

Ich schaue „verhalten optimistisch“ auf die nächsten Monate und lasse mich dabei von dem Zitat inspirieren, das mal Willy Brandt, mal Peter Drucker und mal Dwight Eisenhower zugeschrieben wird: „Der beste Weg, die Zukunft vorherzusagen ist, sie zu gestalten.“

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